Magnetfelder bessern Mikrozirkulation bei MSPatienten mit Multipler Sklerose und begleitender Fatigue können von einer Magnetfeldtherapie mit schwachen, niedrigfrequenten gepulsten elektromagnetischen Feldern profitieren. Das geht aus aktuellen Studien hervor.
Für Patienten mit MS und Fatigue gibt es mehrere Therapieansätze. Dazu zählen Pharmakotherapie, körperliche Aktivität und Verhaltenstherapie. Auch werden positive Effekte immunomodulierender Arzneien berichtet. Ein weiterer Ansatz ist die Magnetfeldtherapie.
Hierbei werden schwache, niedrigfrequente gepulste elektromagnetische Felder durch flexible, flache elektrische Spulen erzeugt. Eine Steuerungseinheit übermittelt ein spezielles, mehrdimensionales Signalgefüge etwa an eine Matte. Diese überträgt die Signale an den Körper. Die elektromagnetischen Felder sind so auf physiologische Prozesse und die Biorhythmik des Menschen abgestimmt, das sie die Vasomotion im Kapillargebiet aktivieren und normalisieren.
Die Vasomotion steuert Verteilung und Strömung des Blutes im Kapillargebiet. Bei Gesunden laufen die rhythmischen Bewegungen der Gefäßwand circa dreimal pro Minute ab, bei kranken oder geschwächten Menschen teilweise nur einmal alle zehn Minuten. Durch die aktivierte oder normalisierte Mikrozirkulation werden Abläufe der Ver- und Entsorgung in den Zellen gefördert. Erfolge mit der Therapie sind schon in der Sportmedizin oder etwa bei Patienten mit Tinnitus oder chronischen Ulzera dokumentiert worden.
Die Magnetfeldtherapie wurde zunächst in einer Placebo-kontrollierten Pilotstudie bei 41 Patienten in einer neurologischen Praxis geprüft. Alle Patienten hatten MS mit begleitender Fatigue. Sie legten sich zweimal täglich für je acht Minuten auf die Magnetfeldtherapie-Matte. Diese wurde in der Verum-Gruppe (Studiengruppe) aktiviert, in der Kontrollgruppe nicht.
Schon die Pilotstudie brachte statistisch signifikante Ergebnisse zugunsten der Magnetfeldtherapie. So war die mittlere Punktzahl im Score MFIS (Modified Fatigue Impact Scale) in der Verumgruppe innerhalb von 12 Wochen von 32 auf 27 Punkte gesunken, in der Placebo-Gruppe von 38 auf 37 Punkte. Der Unterschied der Punktezahl zu Studienbeginn war statistisch nicht signifikant, der nach zwölf Wochen statistisch signifikant. Der Score MFIS umfasst 21 Items. Die Gesamtpunktzahl liegt zwischen 0 (keine Auswirkungen der Fatigue) und 84 Punkte (maximale Auswirkungen der Fatigue).
An die Pilotstudie haben die Kollegen eine zwölfwöchige Crossover-Studie angeschlossen und daran eine dreijährige offene Langzeit-Studie. Auch diese beiden Studien bestätigen einen Nutzen der Magnetfeldtherapie bei MS mit Fatigue. Am Ende der Langzeit-Studie hatten die Verum-Patienten im MFIS-Score im Mittel 17 Punkte, die Patienten der Kontrollgruppe 43 Punkte.
„Seit der ersten Anwendung der Therapie haben sich meine MS-Symptome deutlich verbessert, und vor allen Dingen hatte ich keinen neuen Schub mehr“, zitiert der Hersteller einen Patienten, bei dem vor elf Jahren eine MS diagnostiziert wurde, und der seit 2004 die Magnetfeldtherapie anwendet. Vor der Anwendung „konnte man mich zwicken, und ich habe es zwar gesehen, aber nicht gespürt. Durch die Therapie verschwand diese Taubheit endlich“, berichtet der 59-Jährige.
„Ob ich unter dem Fatigue-Syndrom leiden würde, wenn ich die Magnetfeldtherapie nicht anwenden würde, kann ich zwar nicht sagen, jedoch nehme ich es stark an, da ich vor Gebrauch des Gerätes typische Anzeichen aufwies.“
Auch der Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin beschäftigt sich mit dieser Art von Therapie.
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